Netzteil tot am Sheevaplug

Mehr als 9 Monate hat es durchgehalten, das Nezteil meines Sheevaplugs. Nun ist es, wie so viele andere auch, abgeraucht. Zwar sieht es im Inneren des Netzteils nicht so schlimm aus, wie auf so manchen Fotos, die Leidensgenossen
von ihren verschmurgelten Netzteilen aufgenommen haben, aber mindestens einer der Kondensatoren sieht schon so verbeult aus, das ich mir gar nicht die Mühe gemacht habe, nachzumessen, wie es um die Ausgangsspannung bestellt ist. Außerdem zeigte der Sheevaplug die typischen Symptome der hektisch blinkenden Power- und Netzwerk-LEDs, die darauf schließen lassen, dass das Motherboard nicht mehr ausreichend mit Strom versorgt wird.
Wie gesagt, das Problem ist bekannt. Globalscale, der Vertrieb für den Sheevaplug, bietet Austauschnetzteile an. Bei NewIT in Großbritannien, wo ich meinen Sheevaplug gekauft habe, möchten sie allerdings, dass ich mein defektes Netzteil einschicke, um dann gegen 5 Pfund ein neues Netzteil zurückzuschicken. Da habe ich dann doch lieber auf Ebay geguckt und für ein paar Euro ein 5V 3A Steckernetzteil besorgt. Schade, das bei so einem genialen Gerät ein paar Cent an einer so wichtigen Stelle gespart wurden.

Wattzwitscherer

Beim Newsfeeds lesen bin ich neulich über einen Artikel von de:bug in Spiegel online gestolpert. Dabei ging es um den Gewinner der diesjährigen Greener Gadgets Design Competition Tweet-a-watt, einem Wirkleistungsmesser-Hack, der den momentanen Leistungsverbrauch an einer Steckdose über Twitter bekanntgibt.

In dem Bericht wurde viel Augenmerk auf die Twitterfähigkeiten der Entwicklung gelegt. Meines Erachtens ist das aber nur Beiwerk. Viel interessanter fand ich den eigentlichen Hack des Wirkleistungsmessers. Im Großen und Ganzen wird einfach nur die momentanen Spannuns- und Strommesswerte am Messgerät abgegriffen und mittels einer Xbee AD gewandelt und durch die Luft transportiert. Die Bauanleitung
für den Leistungsmesseraufsatz findet sich hier auf der Seite der Entwicklerin. Sowohl Hardwareaufbau und Softwareentwicklung werden sehr genau beschrieben. Das das Messergebnis dann auch noch getwittert wird ist Programmierfleißarbeit.

Erstaunlicherweise habe ich im deutschsprachigen Netz noch keinen Hinweis darauf gefunden, ob diese Datenanzapfmethode auch bei den hier bei uns in Deutschland handelsüblichen Leistungsmessgeräten möglich ist. Ich habe jetzt mal mein Voltcraft Energy Check 3000 aufgeschraubt und in der Tat findet sich dort exakt der selbe Operationsverstärker-IC wieder, der auch in dem im Originalhack verwendeten Leistungsmesser zu finden ist. Es handelt sich um einen LM2902.

Es steht nun also uns 230 Voltlern nichts im Wege, uns auch einen Tweet-a-Watt zusammenzulöten. Nur leider werden wir die Erweiterung in einem Extragehäuse unterbringen müssen sofern wir das Votcaft-Gerät verwenden wollen,
da dessen Gehäuse im Gegensatz zu dem im Original verwendeten Kill-a-Watt-Gerätes leider überhaupt keinen freien Platz für weitere Bauteile bietet.

Trotzdem, außer dieser einen kleinen Hürde schein einem Nachbau also nichts mehr im Wege zu stehen.

Wenn man allerdings lediglich Strom und Spannung von einem Messpunkt abnehmen möchte, ist es vielleicht etwas zu viel des Guten gleich ein vollwertiges Leistungsmessherät zu modifizieren. Viel effizienter wäre es, wenn man versuchen würde, nur den Strom- und Spannungsmesserteil eines Leistungsmessers, also den Shunt mit der zugehörigen OP-Schalung, selber aufzubauen und dann mit dem Funkmodul zu verheiraten. Eine Bauanleitung für einen selbstgebauten Leistungsmesser, der auch die benötigte OP-Beschaltung beinhaltet, gibt es bei dem Gewinner der Vorjahres-Designcompetition der Greener Gadgets Conference, dem Energstar, einem Wirkleistungsmesser im Einmachglas. Die Anleitung zum Bau findet sich hier.

Von mir gib es vielleicht später mehr zu diesem Thema aus der Bastelecke. Allerdings sind die Xbee-Module in Deutschland nur zu etwas überteuerten Preisen zu bekommen. Ich muss mal sehen, ob es nicht billiger ist, sich die Xbees direkt aus Amerika kommen zu lassen.