Asus A8JP – voll Linux-taugliches Notebook (!?)

Der Notebookmarkt ist einfach nicht mehr zu überblicken, alle paar Tage werfen die Hersteller neue Modelle auf den Markt. Heute gekaufte Hardware ist morgen schon nicht mehr aktuell und übermorgen Schnee von gestern.

Diese Binsenweisheiten in Kauf genommen machen es einem etwas leichter bei der Auswahl eines Mobilgerätes. In den einschlägigen Geschäften kann man sich dann
noch einen Eindruck davon machen welche Größe und welches Gewicht einem genehm ist und dann heist es schnell zugreifen, bevor man es sich wieder anders überlegt.

So bin ich an den Asus A8JP gekommen, obwohl ich sagen muss, das letztendlich dieser Thread im Forum von HardwareLuxx und Christian Rothländers Seite über den fast baugleichen A8JS unter Gentoo Linux den Ausschlag gegeben haben.

Wie man das gute Stück ordentlich unter Linux (Kubuntu) einrichtet, erzählt dieser „lebende“ Artikel.

Nach dem Auspacken des Gerätes wird erst einmal die Hardware entschändet. Weg mit diesen hässlichen Aufklebern! Als besonders hartnäckig erweisen sich der ‚Intel inside‘ und der ‚Windows XP‘ Aufkleber. Wen wunderts …

Ist das Notebook erstmal äußerlich auf Vordermann gebracht
kommen nun die innerlichen Werte dran.

Windows muss weg!

Nach einem kurzen Einschalttest hat Windows seinen Zweck erfüllt und kann eigentlich von der Platte geputzt werden. Da aber leider nur Recovery CDs in der Notebook-Packung zu finden sind, muss eine frische Windows CD nach dieser c’t Anleitung erstellt werden. Die Zeit, die dies in Anspruch nimmt, werde ich mir jetzt noch mal nehmen, um zu überdenken, ob ich Debian oder Kubuntu installieren werde. Nach einer kurzen Probe, ob die gebrannte CD auch bootfähig ist, wird sie mitsamt dem anderen Windows-Kram zu den Akten gelegt.
Kubuntu soll es werden

Auf meinem (ur)alten Laptop war hatte ich auch schon eine Kubuntu Installation (eigentlich eher aus Neugier als aus Unzufriedenheit mit Debian) also habe ich mich entschieden, auch beim neuen Notebook bei Kubuntu zu bleiben. Flugs noch den Download der Edgy Eft CD
anstossen und morgen abend geht es dann ans installieren.

Es kann losgehen

So, es war zwar ein langer Tag heute, aber trotz Müdigkeit lockt die Installation. Das Edgy Image ist letzte Nacht noch gut auf dem Desktop angekommen und vorhin auf CD gebannt worden. Nach einem schön schnellen POST wartet nun der elegante Startbildschirm der Kubuntu-Installation. Na dann mal das Keyboard Layout auf Deutsch gestellen und danach Return drücken …

Das Kubuntu Logo erscheint, darunter ein Fortschrittsbalken. Wilde CD Aktivität. Der Fortschrittsbalken füllt sich langsam. In der Mitte bleibt der Balken plötzlich stehen. Keine CD Aktivität mehr. Nach einer bangen halben Minute geht es weiter. Das war wohl die Hardwareerkennung. Nachdem sich der Fortschrittsbalken gefüllt hat erscheint – ein KDE Desktop.

So langsam dämmert es mir, bei Edgy Eft setzt Kubuntu wohl auf eine Live CD. Bei Gefallen läßt sich dann das System auf Festplatte bannen –
nicht zu übersehen ist das Install-Icon. Bis hierhin ist die Installation das idiotensicherste, was ich je gesehen habe. Gefallen tut mir das ganze allerdings nicht. Bis jetzt hat mir Kubuntu bzw. Linux nicht mit einem Wort über mein System mitgeteilt. Da finde ich die Auskunftsfreudigkeit von Koppix doch wesentlich angenehmer. Und was wäre passiert, wenn der Bootprozess hängengeblieben wäre?

Aber ich will mich nicht weiter beschweren. Das Booten der Live CD hat ja geklappt und ich habe einen funktionsfähigen Desktop. Jetzt ist es an der Zeit, herauszufinden, was Kubuntu denn so alles bei dem A8JP entdeckt hat. Augenscheinlich ist erst einmal folgendes:

  • Die WLAN Leuchte ist aktiviert
  • KBluetoothD meldet sich, das ein Adapter gefunden wurde und die Bluetooth Leuchte blinkt
  • Ein gemutetes Lautsprechersymbol erscheit im System Tray
  • Der Kubuntu Power Manager erscheint im System Tray und zeigt den richtigen Zustand an

nMal sehen, ob die Funktionstasten ihrem Namen Ehre machen.

  • die WLAN Taste sowie FN-F2 schalten die WLAN LED ein und aus (Hardware Funktion?)
  • die Bluetooth Taste tut das gleiche mit der Bluetooth LED, es meldet sich KBluetoothD mit der entsprechenden Plug- und Unplug-Meldung
  • die weiteren Tasten zeigen in KDE keine Funtion
  • FN-F5 und FN-F6 regeln die Helligkeit gewisse Stufen herunter bzw. herauf, ohne jedoch den Kubuntu Power Manager zu beinflussen

Soweit der erste Eindruck. Man könnte jetzt weite Systemeinzelheiten untersuchen, doch sinnvoller ist es, Kubuntu erstmal auf die Platte zu bannen. Also werden ‚Install‘ geklickt und die 5+1 einfachen Schritte zur Systemkonfiguration befolgt. Der letzte Schritt ist die Festplattenpartitionierung und die mache ich dann doch lieber manuell. Ich bin mir z.B. nicht so sicher, ob Kubuntu sonst eine Swap Partition angelegt hätte.

Nach der Installation geht es dann weiter mit dem nun
frisch von Platte gebooteten System.

Kleine Kubuntu-Ärgerlichkeiten beseitigen

Mit Kubuntus sudo Philosophie konnte ich mich als alter Debianer bisher noch nicht anfreunden. Also kriegt root mit einem ’sudo passwd root‘ schnell ein Passwort zugewiesen. Ausserdem sollte man die universe und multiverse repositorys in die sources.list mit aufnehmen. Dann noch schnell ein ‚aptitude update‘ und ‚aptitude dist-upgrade‘ und man ist auf dem neusten Stand. Ach ja, mein Lieblings-Consolen-Editor joe ist erst nach der Aufnahme des universe repositorys und einem ‚aptitude install joe‘ verfügbar.

Lange Loginzeit verkürzen

Wenn der Laptop hochfährt hängt er erst einmal bei der Netzwerkkonfiguration fest. Das liegt an den Interna von /etc/init.d/networking. Abhilfe schafft, die Timeout-Zeiten für den DHCP-Client herabzusetzen, die der Hauptgrund für die Verzögerung sind. Genaure Infos gibt es bei Carthiks Ubuntu Blog.

Die Hardware – der Reihe nach

Grafik

Im Notebook steckt eine ATI Mobility Radeon X1700 die mit dem proprietären ATI Teiber fglrx (Edgy Eft beinhaltet die Version 8.28.8 im Paket xorg-driver-fglrx) in der vollen Bildschirmauflösung von 1400 x 900 betrieben werden kann.

Damit die 3D Beschleunigung funktioniert, musste ich in der „Extensions“-Section die Zeile

Option „Composite“ „Disable“

einfügen, ansonsten wurde die Beschleunigung nicht aktiviert. Ob das bei neueren Versionen des Treibers immer noch der Fall ist, weiss ich nicht. Schade, denn so kann man wohl erstmal nicht die coolen Transparency Features des Xservers nutzen – oder man verzichtet eben auf 3D Beschleunigung.
Sound

Der Sound läuft mit der Intel-Version des HDA Treibers von ALSA, allerdings erzeugte ein
erster Test einen grässlich lauten halbminütigen Piepston am Rande des hörbaren Spektrums. Das war zwar lustig, da sich im ICE alle (jüngeren) Leute verzweifelt umdrehten, um nach der Quelle des nervigen Pfeifens zu suchen, aber auf die Dauer ist das natürlich nichts. Mit den Parametern

options snd-hda-intel position_fix=1 model=3stack

funktioniert der Sound dann wie er soll. Allerdings lässt sich nur das eingebaute Mikrofon benutzen. Wie der externe Mikrofonport aktiviert werden kann, weiss ich leider noch nicht. Aber ich habe ja noch nicht alle model-Parameter ausprobiert …

Genaure Info zu den Parametern findet man in der Datei

/usr/src/linux-‚kernelversion’/Documentation/sound/alsa/ALSA-Configuration.txt

des ALSA-Sources im Abschnitt „Module snd-hda-intel“.

Netzwerk

Das Notebook hat einen Ethernet- und eine WiFi-Schnittstelle. Ubuntu konfiguriert beide Interfaces,
so dass sie benutzbar sind. Allerdings gibt es ein paar Haken. Einer davon wurde schon oben angesprochen, als es um die Bootzeit ging. Eine sinnvolle Konfiguration könnte sich vielleicht aus diesem Artikel ergeben, aber das habe ich noch nicht ausprobiert.

Eingebaute Kamera

Das Notebook hat oberhalb des LCD eine kleine Kamera eingebaut. Diese outet sich nach einem lsusb als

Bus 002 Device 005: ID 0ac8:0321 Z-Star Microelectronics Corp.

und ein Googeln nach „Z-Star linux 0ac8:0321“ bringt uns recht schnell über Hardware for Linux zum richtigen Treiber gspca. Mit einem aptitude search gspca fördert man recht schnell das Paket gspca-source zutage.

Dieses also schnell installiert und (ein Blick in /usr/share/doc/gspca/README.Debian verrät es)
mit m-a setup; m-a a-i gspca kompiliert und man findet im kernellog die folgenden erfreulichen Zeilen:

[ 296.352000] usb 2-4: new high speed USB device using ehci_hcd and address 4
[ 296.492000] usb 2-4: configuration #1 chosen from 1 choice
[ 296.496000] ubuntu/media/gspcav1/gspca_core.c: USB SPCA5XX camera found.(VC0321)

Das war’s dann auch schon. Die Kamera kann man zum Beispiel mit camstream aus dem gleichnamigen Paket testen. Die Qualität hat mich (zur Zeit von einer 60 Watt Birne beschienen) nicht gerade vom Sockel gerissen, aber immerhin – man sieht etwas.

3 Gedanken zu „Asus A8JP – voll Linux-taugliches Notebook (!?)

  1. Halle erstmal,
    ich hab das gleiche Notebook „Asus A8JP“ und hatte ebenfalls die Absicht mich von „Windoof“ zu trennen und auf Ubuntu umzusteigen,… dieser Blog war mir dabei extrem hilfreich und ich bin äußerst dankbar.
    Ein Problem blieb bei mir jedoch noch bestehen,…. die Wlan Karte des guten Stücks wird nicht erkannt, da dies im Blog noch nicht beschrieben wurde wollte ich nach HIlfe fragen da hier ja anscheinend ein wissender Profi am Werk ist.

    Ich bin dankbar für jede Hilfe.

    mfg
    Yanic

  2. @Yanic Kruck

    Habe lange nicht mehr in den Blog geguckt, da ich im Moment ziemlich beschäftigt bin (Meeting im Ausland mit unhumanen Arbeitszeiten ;-).

    Blinkt bei dir die WLAN Lampe vorne links? Hast du geguckt, ob der
    Treiber richtig geladen wurde? Ich hatte bis vor kurzem das WLAN noch gar nicht ausprobiert. Allerdings war die Aktivierung relativ einfach, ich habe nur noch ein KDE Tool (wlanmanager, oder so, ein python-Skript) gestartet. Der Rest ging dann über ein GUI.

    Solltest du weiterhin Probleme haben, schreib mir einfach eine Email.

  3. Hi
    Ich hab das Modell auch in Benutzung. Wlan ging bei mir mit kubuntu von Anfang an. Allerdings taugt die Netzwerkverwaltung besonders für Wlans bei kubuntu 7.04 nichts. Ich empfehle den KNetworkmanager; Der ist wirklich ausgezeichnet. BIn mir aber nicht sicher, ob der schon im Rep. ist.
    Liebe
    Grüße
    Manu

    Ps.: Ich werde jetzt mal die Kamera in Anspruch nehmen… Schade ist auch, das man die Lautstärke nicht ganz aufdrehen darf, da sonst es verzerrt wird (so ab 75% ungefähr)..

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